Concordia

Die Skulptur der Concordia, der Göttin der Eintracht, habe ich zwischen 2010 und 2011 entworfen. Sie stellt eine Tänzerin dar, die zukünftig am Eingang zur Innenstadt Oberhausens, den Standort der ehemaligen Zeche Concordia markieren soll.
Sie ist mit der Idee entstanden, mit einer weiblichen Figur, die Geschichte und die Bedeutung der gleichnamigen Zeche lebendig zu halten.

Die Zeche Concordia war für die Entwicklung Oberhausens zur Großstadt prägend. Die Ankündigung Ihrer Stilllegung löste1968 Arbeiter- und Bürgerproteste aus, die von Luise Albertz, der einflussreichen Oberbürgermeisterin Oberhausens, unterstützt und persönlich angeführt wurden.
Die Proteste lösten binnen weniger Wochen eine große Welle der Solidarität innerhalb der Bergleute des Ruhrgebietes aus, der sich schließlich auch  Arbeiter anderer Städte anschlossen. Am Ende konnten weder die Wiederstände noch die hohe Produktivität der Zeche, die Schließung verhindern.
Ihr Aus verursachte in Folge eine hohe Arbeitslosigkeit in Oberhausen und brachte für tausende von Bergarbeiterfamilien verheerende Folgen mit sich.
Die Stilllegung der Zeche Concordia gilt heute als eines der Initialereignisse, das den Beginn des großen Zechensterbens der Region ankündigte.
Vor diesem geschichtlichen Hintergrund sollte die Skulptur vor allem die zentrale Rolle des Menschen thematisieren und ihn in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen.
Zugleich war es mein Wunsch, der Skulptur eine optimistische und nach vorn gerichtete Energie zu verleihen.
Mit dieser Absicht entstand so eine ganze Serie von insgesamt neun Skulpturen, die allesamt Tänzerinnen darstellen. Unter ihnen besaß schließlich der dritte Entwurf den Ausdruck, der am ehesten meiner Vorstellung entsprach, der verhängnisvollen Schließung der Zeche, eine positive Gestalt entgegen zu setzen.

Obwohl die Stadt Oberhausen bereits 2015 einstimmig für die Realisierung der Skulptur abgestimmt hat, ist der Prozess der Umsetzung vorläufig ins Stocken geraten.
Der Grund hierfür ist die Einbindung in ein städtisches Förderprogramm, des sogenannten „Brückenschlags“ dessen Projekte nur in verschiedenen Paketen bewilligt werden können.
So bildet die Realisierung und Finanzierung der Skulptur ein Paket, das an eine zukünftige Neugestaltung der Verkehrsführung in einem Teilbereich in unmittelbarer Nähe der Verkehrsinsel gebunden ist.
Da die Stadt Oberhausen leider auch 5 Jahre nach Bewilligung der eingereichten Brückenschlaganträge noch keine Planungen für diesen Verkehrsabschnitt erarbeitet hat, ist mit der Umsetzung der Skulptur in nächster Zeit noch nicht zu rechnen.