Aszendent Schnabelwal 2026 – September

1804 illustrierte der englische Naturforscher und Illustrator James Sowerby einen in der Moray Firth an Land gespülten Schädel eines bis dahin unbekannten
Zahnwals. Es war der erste offizielle Fund eines Schnabelwals der Gattung Mesoplodon, die heute mit 16 Arten die größte Unterfamilie der Schnabelwale und der Gesamten Ordnung der Waltiere darstellt.
Charakteristisch bei männlichen Tieren und auch namensprägend bei der Benennung der Art waren an jenem Schädel die zwei Hauer, die sich in der Mitte der beiden nach oben gebogenen Unterkieferknochen befinden. Mesoplodon bidens bedeutet übersetzt etwa: mittig mit zwei Zähnen bewaffnet.

Diese Wale erreichen eine Länge von etwa 5,5 m, weibliche Tiere sind etwas kleiner. Beide Geschlechter besitzen eine relativ lange Schnauze, die sich deutlich vom Kopf absetzt, welcher oftmals vor dem Blasloch eine kleine Wölbung aufweist. Die Finne befindet sich im hinteren Drittel und ist wie bei allen Schnabelwalarten verhältnismäßig klein, ebenso die Brustflossen. Farblich variieren diese Wale an der Oberseite von dunkel bläulich bis fast Schwarz. Die Seiten durchziehen hellere Schattierung und die Bauchseite ist deutlich heller bis weiß.
Das Verbreitungsgebiet ist der nördliche Atlantik mit einer deutlich größeren Populationsdichte im europäischen Teil, gegenüber der Ostküste Nordamerikas.

Sowerby’s Schnabelwale werden immer wieder Opfer durch den Einsatz von niederfrequentem Sonar. Untersuchungen gestrandeter Tiere weisen häufig innere
Verletzungen der Organe auf, die für die Jagd und Orientierung überlebenswichtig sind.

2009 kam es so z.B. zu mehreren Strandungen dieser Art auf den Azoreninseln São Miguel und Faial, von denen allein drei Tiere in der Bucht von Almoxarife
angespült und anschließend in Horta untersucht wurden. Die Ereignisse rund um diese Strandungen waren der Anlass für mich, eine Ausstellung zum Thema Unterwasserlärm zusammen zu stellen. Kernstücke dieser sind eine 3.5 Meter lange Skulptur eines Mesoplodon bidens und die Illustrationen in diesem Kalender.

Der Sowerby Zweizahnwal ist der einzige Wal, der nach einem Künstler benannt ist.

James Sowerby painted by Thomas Heaphy (1816)
James Sowerby painted by Thomas Heaphy (1816)